Folgender Tweet der besten StereoSushisu ist verantwortlich für die folgenden Zeilen.

Ich traf in den letzten 40 Tagen einige Leute, die ich seit dem Abitur nicht mehr sah. Und 95% gehören in die Kategorien, die dort auf dem Bild zu sehen sind. Ich nenne das ganze einfach mal Kategorien.
Im echten Leben kommt man ab und an nicht umher mit Menschen, die man ursprünglich der 1. Kategorie zugeordnet hat, gleichzeitig an einem Ort zu sein. Vielleicht ist es nicht freundlich, aber das interessiert mich in diesen Momenten nicht. Ich kann auf diese Heuchelei dankbar verzichten. Ich spreche einfach nicht mehr mit denen. Ob ich mich dadurch noch viel unbeliebter mache, stört mich nicht. Ja, ich selektiere. Und ich fühle mich gut dabei. Vermutlich selektiert jeder auf irgendeine Art und Weise. Ich fand dieses Bild (im sprichwörtlichen Sinne), welches wir im Ethikunterricht hatten, sehr schön. Es wurde selektiert. Auch wenn es bei mir nicht ein selektieren nach stark und schwach oder arm und reich ist.
Der Vorteil ist ganz einfach der, dass ich mich nur mit Menschen abgebe, mit denen ich mich auch abgeben möchte. Das geht von “Lieblingsmenschen” bis hin zu Menschen, mit denen ich einfach gerne Konversationen pflege, aber keine sonderlich große Bindung habe.
Der Nachteil ist prinzipiell noch einfacher darzustellen. Allzu oft passiert es, dass man alleine irgendwo ist. Sei es im besten Fall auf kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Kino oder ähnliches. Schlimmer jedoch sind irgendwelche Ansammlungen von Menschen, die sich, oder einen, womöglich “Freunde” schimpfen, man sich selbst aber in keinster Weise als ein solcher fühlen kann. Stichwort Ehemaligentreffen.
Was im alltäglichen Leben außerhalb der Internetwelt relativ einfach ist, scheint im Internet bei Nutzung von sozialen Netzwerken ungleich schwieriger. Ich hatte lange Zeit das Gefühl, man müsse auf Portalen wie Facebook immer alle “Bekannten” als Freund hinzufügen. Sonst wäre das ein schlechtes Zeichen. Man könnte ja meinen, man hätte persönlich was gegen sie. Allerdings, nachdem ich nun einen neuen Facebook-Account habe, ist mir diese Denke vollständig egal geworden. Denn mir war das zu voll. Ähnlich wie in einer Großraumdiskothek. Die mag ich auch nicht. Ich möchte in Ruhe Menschen “treffen” können. Natürlich könnte ich mit Listen arbeiten. Aber wofür. Nur, um zu zeigen, dass ich die Person mal persönlich getroffen habe, wenn überhaupt? Das ist so unglaublich dumm und sinnfrei. Ich wende meine “real life”-Regel einfach auch in den Weiten des Internets an und alles ist gut. Jedenfalls fühle ich mich wohler.
Ich möchte auch einfach nicht irgendwo sein, wo vielleicht 1 von 500 Personen dabei ist, die ich “mag”. Es sind ja immerhin viel zu viele, die mich nerven, ohne irgendwas mit mir zu tun zu haben.
Ach ja, ich habe auch noch eine weitere Kategorie. Sie nennt sich “Möchte ich nie betrunken gegenüberstehen”. Aus Gründen, die schon beim Gedanken an die Person Zorn schüren. Ich befürchte dabei noch irgendwann aus den Fugen zu fliegen. Um in diese Kategorie zu gelangen, bedarf es jedenfalls eine lange Zeit und eine Menge Unsinn (Unsinn im Sinne von dummen Aktionen). Problematisch ist das ganze ja nur, dass ich eigentlich ein ziemlich friedlebender Mensch bin. Wenn Explosion, dann wohl auch zu sehr. Davor habe ich Angst. Deswegen selektiere ich.
Das tat gut!