Es wurde ja schon viel über die DB geschrieben, doch auch ich reihe ich mich nun ein. Ich bin sowohl überrascht, wie teils auch schockiert, wo Straff die Abläufe bei der Bahn sind. Geht bei einem Zug etwas schief, leidet der nächste Zug darunter. Ich selbst war Opfer jener Verkettung unglücklicher Begebenheiten.
Es war Freitag und die Rekruten konnten die Kaserne nach den ersten 9 Tagen in Richtung Heimat verlassen. Machten natürlich die meisten. Die meisten hatten zudem noch gleichzeitig Schluss. So kam es, dass sich am Kasernen-Ausgang Unmengen an jungen Menschen versammelten, um zum Bahnhof zu kommen. Es war wohl so gegen 11.45 Uhr als die Gruppe, mit der ich Richtung Heimat fahren fahren wollte, den Ausgang erreichten. Uns wurden noch Flyer in die Hand gedrückt und schon standen wir in einer Meute junger Menschen, die auf Taxen warteten. Busse fahren so gut wie gar nicht mehr, da diese in den vorherigen Quartalen nicht von den Rekruten benutzt worden sind. Daher muss man sich eben ein Taxi rufen. Der Zug, den wir nehmen wollten, sollte um 13.27 Uhr fahren. Eigentlich locker machbar, dachten wir. Die Zeit verging und es schien nicht so, dass noch ein Taxi kommt, wessen Fahrer nach „Obijon“ brüllen sollte. Um 13.12 jedoch war es soweit. Wir wären wohl nicht ganz pünktlich gewesen, hätten es aber vielleicht doch noch geschafft. Wir erscheinen im Bahnhofsgebäude und waren schockiert. Der Zug, welcher uns möglichst schnell nach Hause bringen sollte, hatte „etwa 60 Minuten Verspätung“ – so die Zeittafel. Gut, mussten wir eben warten. Half alles nichts. Wir vertrieben uns die Zeit und setzten uns ca. 50 Minuten nach eigentlicher Abfahrtszeit in den Zug. Bis der Zug jedoch los fuhr, vergingen noch etwa 40 Minuten. Alles in allem hatte der Zug also bei der Abfahrt 90 Minuten Verspätung. Weil sich in Berlin jemand vor den Zug schmeißen musste, in dem das Personal für den Zug saß, den ich nehmen wollte. Ich hatte also schon so die Möglichkeit zu sagen, dass ich später zuhause ankommen werde. Als wir Hamburg erreichten, hatte der Zug bereits 110 Minuten Verspätung, also knapp 2 Stunden. In Lüneburg durften wir dann hektisch die Züge wechseln, da „unserer“ einen Motorschaden oder dergleichen hatte und die Fahrt nicht fortsetzen konnte. Also ab auf Gleis 2 gerannt und in den entsprechenden Zug eingestiegen.
Das lustige an der Sache ist, dass der Zug, in den wir also in Lüneburg eingestiegen sind, jener Zug war, der in Stralsund etwa ½ Stunde später losgefahren ist. Im Endeffekt hätten wir 2 Stunden warten können und wären dann von Stralsund durch gefahren. Wäre der einfachere Weg gewesen, aber man ahnt solche unglaublichen Zufälle ja nicht im Vorhinein und hofft auf das beste.
Statt 19.30 Uhr war ich so um 21.35 Uhr in Wabern am Bahnhof angelangt.
Danke Deutsche Bahn, dass du die Fahrten so unkompliziert wie möglichst anbietest, ohne dabei auf Zwischenfälle spontan reagieren zu können.